ein Tagebuch und mehr


Tag: Varanasi

Tag 11 und 12 – Varanasi – Delhi – Heimreise

Unser Taxi zum Flughafen war für 14:00 Uhr bestellt. So hatten wir noch etwas Zeit durch die Straßen zu laufen. Bei der Gelegenheit habe ich in einem Geschäft den kompletten Räucherstäbchenbestand aufgekauft. Ich glaube, die reichen jetzt bis zum Ende des Jahrhunderts ;) . Der Flug mit Air India nach Delhi war ok, die schlimmen Eindrücke, von denen einige im Indien aktuell Forum erzählten, kann ich nicht bestätigen. Um 19:00 Uhr haben wir wieder im “Megha Palace” eingecheckt, wo wir viel zu spät viel zu viel gegessen haben. Das Essen lag ganz schön schwer im Magen in der Nacht, die eh kurz und unruhig war. Das Taxi kam kurz nach 6:00 Uhr und um 6:40 Uhr war ich am Flughafen.

Check in bei der Lufthansa und alles drumrum klappte bestens. Nur diese Warterei nervt doch etwas. Der Rückflug war genial. Mein Monitor funktionierte nicht, so dass die Flugbegleiterin meinte, ich solle doch mit nach hinten kommen, da wäre eh alles leer (“Keine Ahnung, warum der Check in alle nach vorne platziert hat.”). Mir war es recht, so hatte ich eine Reihe für mich alleine und konnte mich so richtig schön breit machen. Überhaupt war es nett da hinten. Ab und zu krabbelte ein Zwerg auf allen Vieren vorbei oder lief mit nacktem Popo durch die Gänge. Die Kleinen hatten Spaß, waren supergut drauf und überhaupt nicht quengelig :) .

In München musste ich leider ein paar Stunden auf meinen Weiterflug warten (wieviel Zeit seines Lebens verbringt der Mensch noch mit Warten?). Witziger Weise traf ich im Shuttle-Bus meinen Hausarzt und seine Frau. Die hatten über Weihnachten ihre Kinder in München besucht. Klein ist die Welt.

Wie war Indien dieses Mal? Schön wie beim letzten Mal, faszinierend wie beim letzten Mal, aber auch anstrengend. Wie beim letzten Mal. Fahre ich noch mal hin? Ganz sicher. Ich weiß, dass vieles in diesem Land im Argen liegt und der Schein vieles verdeckt. Aber trotz allem gibt es auch sehr viel Schönes dort, man muss es nur sehen wollen.

Tag 10 – Varanasi

Nach einer polizeifreien Nacht sind wir heute Vormittag nach Sarnath gefahren. Die 10 km Tuktukfahrt war echt Hardcore ;) . Kreuz und quer durch Varanasi, das ziemlich staubig ist. Aber ich liebe Tuktukfahren. Besser als Achterbahn. Wie gesagt, Sarnath. Im Wildpark predigte Buddha zu einer Handvoll Anhänger über deb Mittleren Pfad zum Nirwana. Markantester Punkt ist die Stupa, die von Buddhisten (und Touristen) aus aller Welt umrundet wird. Die Gebäude in Sarnath wurden von einfallenden Muslimen zerstört, was übrig blieb, verfiel mit der Zeit. Erst im 18. Jahrhundert begannen Archäologen mit Ausgrabungen, so dass man sich heute anhand der Ruinen ein Bild von der Stätte machen kann.

Ich mag den Buddhismus, gäbe es eine “Religionspflicht”, würde ich ihn wählen. Das friedliche gefällt mir, leider vergesse ich das zwischendurch ab und zu… In Sarnath konnte ich einmal richtig durchschnaufen und das hektische Varanasi beiseite schieben. mehr… »

Tag 9 – Khajuraho – Varanasi

Die Koffer sind gepackt. Mein Reisebegleiter ist noch mal zum rasieren gegangen. Das Taxi ist für 12:30 h bestellt. Hauptsache er ist bis dahin zurück. Heute ist Heiligabend. Komische Vorstellung. Mir ist ja eh sehr selten nach Weihnachten zumute, aber so fern wie dieses Jahr war es mir noch nie. mehr… »

TV Tipp – Indien – Die Ringer von Varanasi

3. Juni, 12.45 – HR

Die Kaste der Yadaw ist in Indien aus zwei Gründen berühmt: Ihre Angehörigen halten Büffel, denn sie leben von der Milchwirtschaft, und sie praktizieren einen Jahrtausende alten Kampfsport, eine Art Wrestling, Kushti genannt. Die Kaste der Yadaw ist in Indien aus zwei Gründen berühmt: Ihre Angehörigen halten Büffel, denn sie leben von der Milchwirtschaft, und sie praktizieren einen Jahrtausende alten Kampfsport, eine Art Wrestling, Kushti genannt. Der Film von Georg Schmitt und Vera Perrone führt in die Kushti-Arenen von Varanasi, der alten Ganges-Stadt, die als wichtigste der sieben heiligen Städte des Hinduismus gilt. Dort, inmitten einer Tempelanlage, die dem Affengott Hanuman geweiht ist, trainieren die Kushti-Athleten täglich. Stundenlang machen sie Liegestützen und Kniebeugen, heben Gewichte, arbeiten mit Hanteln und massieren sich gegenseitig die Muskeln. Bevor sie die Akhara, den Kampfplatz, betreten, reiben sie ihre Körper mit Erde ein. Erde gilt ihnen als heilig, mit roter Erde sind ihre Arenen gefüllt. Ihren Sport betrachten die Kushti-Ringer als religiösen Akt; zu den Regeln, die sie achten, gehören Selbstkontrolle, Disziplin und sexuelle Enthaltsamkeit. Der 18-jährige Munna ist einer von ihnen. Die Kamera begleitet ihn beim Training, bei Wettbewerben und in seinem Zuhause. Munna will ein Champion werden, dafür tut er alles. In seiner Familie gibt es aber noch ganz andere Ambitionen. Sein Onkel, ein ehemaliger Ringer, will als Politiker groß rauskommen. Dass Angehörige der Yadaw-Kaste Zugang zu politischen Ämtern haben, ist in Indien neu und war bis vor zwei Jahrzehnten undenkbar. Munnas Onkel versteht es, das Kushti-Image Gewinn bringend in seinem Wahlkampf einzusetzen. Denn wo Ringkämpfe ausgetragen werden, strömen Neugierige zusammen, vor allem auf dem Land. Einen Wettkampf ausrichten, das weiß Munnas Onkel, bedeutet Jubel für die Athleten – und Stimmengarantie für den Kandidaten. (Text aus dem TV-Browser kopiert)