ein Tagebuch und mehr


Tag: Rajasthan

Frisch aus der Druckpresse

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Geo Saison mit Titelthema Indien. 3 Berichte – Rajasthan, Tamil Nadu und “Tigersuche” im Nationalpark. Beim Lesen des Berichtes über Rajasthan habe ich ganz oft heftig mit dem Kopf genickt. Ich fühlte mich wieder 12 Monate zurückversetzt. “…sie kleiden sich wie Schmetterlinge oder Blumen; als wollten sie mit den Signalfarben ihrer Saris und Langhemden, der Umhänge und Pluderhosen das endlose Graubraun der Wüste kompensieren.” Das habe ich auch oft gedacht, wenn ich auf den stundenlangen Fahrten mit dem Bus, aus dem Fenster schaute. Oder: “Kommt man jedoch als indischer Trucker angebraust, stellt man seine Hupe auf Dauerschall und bleibt auf dem Gas stehen.” Ich habe es lieber vermieden nach vorne aus dem Bus zu schauen, sondern vollstes Vertrauen in unseren begnadeten Fahrer gehabt. Und “No problem, Sir / Madame” bekommt man auch seeehr oft zu hören :) . Nächstes Mal werde ich in Jaisalmer garaniert auf die Suche nach Meister Soni gehen.

Im Süden bin ich bisher noch nicht gewesen, kommt aber bestimmt auch noch. Daher kann ich zu Tamil Nadu nichts sagen. Was die Tiger betrifft, so hoffe ich, dieses Jahr noch welche außerhalb des Zoos zu sehen zu bekommen. Es wird allerdings nicht der Nagarhole-Nationalpark sein, sondern Bandhavgarh, nachdem was ich bisher gelesen habe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man tatsächlich Tiger zu sehen bekommt, sehr groß. Daumen drücken ist ausdrücklich erwünscht :) .

(mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

Link zum Online-Artikel

Noch eine Reise durch Indien

km42 – ein Reiseformat von SPIEGEL ONLINE – für Leute, die den Sinn des Reisens kennen – und mit anderen teilen möchten – reiste von Anfang Februar bis Ende März durch Indien.

Start war in Mumbai (Horn please, Indienbesucher wissen was gemeint ist ;) ), wo man als Tourist unversehens auch mal an einer Bollywoodproduktion teilhaben kann. Aber neben Bollywood nicht zu vergessen, Slums.

Danach ging es weiter nach Gujarat, zum Captain der Muscheln auf Diu und nach Jamnagar, wo es Indiens einzige Ajurveda Universität gibt.

Von Gujarat ging es nach Rajasthan, als zum Maharaja und in Götterfachgeschäfte in Pushkar.

In Delhi hat ihn das Gleiche erwischt wie mich und Tausend andere. Reden wir nicht drüber… ;) . Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Backpacker-Wellness-Paket hätte genießen wollen :) . Noch abenteuerlicher ist wohl ein Trip mit dem Zug in der Sleeper-Klasse.

Sehr interessant ist auch der nächste Bericht, über ein kleines Dorf im Himalaya – Bhanaj – , das ein eigenes Community Radio hat.

Abgeschlossen wird die Reise kunterbunt in Rishikesh – Happy Holi :) .

Buchtipp – Rajasthan. Mit Delhi und Agra.

rajasthandelhiagra.jpg Witziger Weise konnte ich mich vorher nicht entscheiden, was für einen Reiseführer (zum Lesen *g*) ich mir kaufen sollte, jetzt wüsste ich es. Rajasthan mit Delhi und Agra von Martin und Thomas Barkemeier aus der Reise Know How Reihe. Für die Rundreise, die wir gemacht haben ist der perfekt. Aber auch im Nachhinein bringt er mir noch unglaublich viel. Durch die ständige Fotografiererei habe ich die Erklärungen unseres Reiseführers (dem 2beinigen ;) ) nicht immer ganz mitbekommen, und da ist das Buch wirklich perfekt zum “nacharbeiten”.

Das Kinderparlament von Rajasthan

Heute auf Arte gesehen.

Tagsüber hütet die 13-jährige Neraj Jath Ziegen in der dürren, ausgetrockneten Felslandschaft am Rand der Wüste Thar. Nach Sonnenuntergang besucht sie die Abendschule ihres kleinen Dorfes.

Der Bundesstaat Rajasthan gehört zu den unwirtlichsten Regionen Indiens. Am Rand der Wüste Thar ist es trocken, die Menschen gelten als rückständig und arm. Doch hier hat sich ein einmaliges Projekt entwickelt: Damit Kinder die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit lernen, wurde das “Parlament der Kinder” gegründet. Die Idee entstand in den Abendschulen, die in den 70er Jahren auf Initiative der nichtstaatlichen Organisation “Barefoot-College” (Barfuß-Schule) mit Unterstützung der UNESCO eingerichtet wurden. Diese Schulen waren für Kinder gedacht, die tagsüber mit ihren Familien arbeiten mussten. Heute, über 25 Jahre später, gibt es in der Region rund 150 Abendschulen mit über 3.000 Schülern. Eine der Schülerinnen ist die 13-jährige Neraj Jath, die im Kinderparlament zur Landwirtschaftsministerin gewählt wurde. Ihre Eltern sind stolz auf die junge Politikerin, die auch unter den Erwachsenen im Dorf Respekt genießt. Gleichwohl muss Neraj zu Hause ganz alltägliche Pflichten erledigen: Sie backt Brot, versorgt die Kühe und Ziegen und erledigt mit ihrer Mutter die Wäsche. Als Ministerin ist ihr Aufgabenbereich ungleich größer. Sie überwacht die Abendschulen, prüft, ob die Lehrer zuverlässig unterrichten, kümmert sich um defekte Schullampen und Wasserpumpen. Ihre Zuständigkeit geht über die Abendschulen hinaus. Das derzeitige Hauptproblem der Menschen der Region und damit auch von Ministerin Neraj ist die Dürre, die dazu geführt hat, dass die letzten Wasserreserven nicht gleichberechtigt unter den Familien verteilt werden. So hat Neraj den Einfall, das traditionelle Puppentheater für ihre Ziele einzusetzen. Die Puppenspieler sollen Szenen aufführen, die zeigen, wie die Dorfbewohner das kostbare Wasser sparen oder Zisternen bauen können. (Text aus dem TV-Browser kopiert)

Die 13jährige Neraj hat mich sehr beeindruckt. Wie selbstbewusst sie sich in der Welt der Erwachsenen behauptet. Egal, ob die Dorfältesten sie “nur” als Kind (und Mädchen) sehen. Sie setzt sich für ihre Ziele ein, und erreicht sie auch. Schritt für Schritt. Und so nebenbei erledigt sie noch ihre täglichen Pflichten. Ich finde, auch wenn wir hier in einem völlig unterschiedlichen Kulturkreis leben, eine kleine Scheibe können wir uns davon abschneiden, egal ob 13 oder 45.

Die Dokumentation ist von 2004. Es hieß, wenn Mädchen 25 kg (Wasserkrüge) auf dem Kopf balancieren können, sind sie heiratsfähig. Neraj war schon versprochen und sollte ihren zukünftigen Ehemann in 3 Jahren kennenlernen. Das wäre 2007. Ich wüsste gerne, ob sie tatsächlich der Tradion folgt und heiratet, oder ob sie ihren eigenen Weg weitergeht. Vielleicht hat sie ja auch das Glück, und das eine schließt das andere nicht aus. Soll ja vorkommen :) .