ein Tagebuch und mehr


Archiv: Dezember 2011

Kurz vor der 1. Nacht

Mittlerweile 23:42 h Ortszeit. 37 Stunden ohne Schlaf. Bin erstaunt, dass ich das aushalte. Wahrscheinlich falle ich gleich ins Koma. Klimaanlage ist aus, Fenster sind zu. Ich hoffe, die 30° C Schwüle bleibt draußen. Im Hotel klappern noch die Zimmerservicewagen durch die Gänge, die Band wird sicher auch einpacken nachdem wir zwei letzten Gäste die Bar auch verlassen haben. Drölfzig Bier und Vodka-Lemon (all inclusive sei dank ;) )werden das Koma noch verstärken.

Aber vorher mache ich noch mit der Anreise weiter. Ich sollte es ja von Indien noch gewohnt sein. 60 km schafft man nicht immer in einer Stunde. Schon gar nicht, wenn man durch Colombo muss (mag der Flughafen auch kleiner als erwartet gewesen sein, Colombo ist es nicht). Aber die Fahrt ist mindestens genau so abwechslungsreich wie Fahrten über Indiens Straßen. Aufgefallen ist mir, hier tragen Motorrad- und Rollerfahrer überwiegend Helme. In Indien ist es eher umgekehrt.

Insgesamt haben wir ca. 2 Stunden vom Flughafen nach Bentota gebraucht. Na und dann ging es los. Mein Nachbar fährt so ca. 25 Jahre hierher. Muss ich noch viel sagen? Ich habe innerhalb kürzester Zeit die halbe Hotelmannschaft kennengelernt. Kann ja noch lustig werden hier ;) . Wir mussten noch etwas auf unsere Zimmer warten, weil wir zu früh waren. Da dachte ich schon, ich würde umfallen. Aber irgendwann ist man über diesen Punkt dann auch wieder weg.

W. hat Freunde hier. Nicht nur im Hotel. Somit bin ich dann heute schon Tuktuk gefahren (ein rotes, die Tuktuks sind hier schöner als in Indien), haben einen seiner Freunde auf seiner “Hausbaustelle” besucht, den Saft einer frisch geköpften King Coconut getrunken (ich lebe noch), wilde Tiere im Dschungel gesehen (eine Echse auf der Baustelle), einen keckernden Gekko auf dem Balkon beäugt, das erste Gewitter plus Regen mitbekommen und mir Palme 27 ausgesucht, unter der ich dann überlegen werde, ob ich überhaupt zurück nach D komme.

Auf den ersten Blick hat Sri Lanka sehr viel mit Indien gemeinsam, ist aber auf den ersten Blick weitaus entspannter. Vielleicht bin ich nach zwei Indienbesuchen aber auch entspannter. Warten wir es ab.

Ein paar Bildimpressionen kommen später, das I-Net ist mir gerade zu lahm. Kann kaum noch tippen.

Angekommen

17:32 h Ortszeit. Mittlerweile über 31 Stunden auf den Beinen. Dementsprechend fühlen sich diese auch an. Um 10:30 h sind wir angekommen. Aber der Reihe nach. Um kurz nach 8:00 h ging unser Zug nach Frankfurt. Wir mussten nicht umsteigen und in der 1. Klasse (mein Nachbar ist ein kleinder Snob in diesen Dingen und dank Rail & Fly mussten wir nur etwas zuzahlen) lässt es sich gut fahren. Der Zug kam auch pünktlich am Flughafen an. Es hätte so entspannt sein können. Leider hat Oman Air uns da einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Am Tag vorher war wohl ein Gabelflug nach Muscat ausgefallen, so dass jede Mente Reisende in FFM gestrandet waren. Diese mussten nun in andere Flüge gepackt werden. Pro Vorgang ca. 15 – 20 Minuten. Und da stehen wir uns da über 2 Stunden die Beine in den Bauch, als eine freundliche Check-in Dame zu unserer Reihe meinte (wir waren mittlerweile die 3. in der Schlange), wir müssten uns noch mal hinten an die andere Schlange anstellen. Das Hallo war groß und wir haben das dann nicht getan. Ich meine, die haben 120 Minuten gesehen, dass sich eine “wilde” Schlange an dem einen Counter gebildet haben, da kann man auch früher was sagen.

Mittlerweile war es 13:40 h als wir eingecheckt waren, der Flieger sollte um 14:00 h starten (hinter uns standen noch gefühlte 500 Leute, die auch in den Flieger wollten). Wir also im Schweinsgallopp zum Boarding. Hintergedanke: Nie im Leben startet dieser Flieger pünktlich. Ich sah uns schon in Muscat stranden, weil wir den Anschluss nach Colombo nicht kriegen. Aber oh Wunder, er startete pünktlich (keine Ahnung ob tagsächlich alle mitgekommen sind) und die Bequemlichkeit und der Service haben auf der Teilstrecke vieles wieder gut gemacht. In Muscat lief dann alles reibungslos. Nur der Anschlussflieger war eine Sardinenbüchse, dementsprechend miesepretrig lief auch die Crew rum. Aber die 3 Stunden 45 Minuten haben wir auch überlebt. Den Flughafen von Colombo habe ich mir größer vorgestellt. Aber er ist überschaubar. Auf unseren Transfer haben wir wieder etwas warten müssen, hatten aber den Vorteil, dass wir einen eigenen Wagen mit Chauffeur hatten, weil wir die einzigen waren, die in dieses Hotel wollten :) .

Kurze Zwischenmeldung: Uih, es gewittert. Ich geh mal kurz auf Balkon. Das Licht sieht so irre aus. – Kam aber auf dem Foto nicht so gut rüber. Schade.

Dieses Mal nicht Indien

Sondern Sri Lanka. Samstag geht es los und so langsam werde ich doch hibbelig. 2 1/2 Tage nur noch. Im Sommer habe ich so mit meinem Nachbarn rumgeflachst: “Nächstes Mal fliege ich mit dir nach Sri Lanka.” Tja. Was soll ich sagen. Irgendwann ist es dann konkret geworden. Auf den günstigsten Moment gewartet und gebucht. 3 Jahre ist meine letzte Reise her. Kaum zu glauben. Schon 3 Jahre. Kommt mir vor wie gestern, weil ich die ganzen Eindrücke aus Indien immer noch total präsent habe. Ich bin sehr gespannt, wie Sri Lanka sein wird.

Stay tuned.

Ach so, wer glaubt, er könne sich jetzt in meiner Wohnung umschauen. Pustekuchen, ich habe einen Housesitter :)