ein Tagebuch und mehr


flag Tag 3 – 18. Dezember 2008

Dann will ich mal weitermachen, sonst fliege ich doch noch eher wieder rüber, als ich den letzten Bericht online habe ;) . Also Tag 3, 13:45 Uhr, Gwalior.

Um 4:30 Uhr morgens ging der Wecker. Autsch. Musste aber sein, denn um 6:15 Uhr fuhr der Zug von Delhi nach Gwalior. Das Taxi holte uns um 5:40 Uhr ab und brachte uns zum Bahnhof, damit wir in den Shatabadi-Express einsteigen konnten.

War es auf Delhis Straßen um diese Uhrzeit noch relativ leer, so änderte sich das schlagartig, als wir zum Bahnhof kamen. Das Taxi konnte kaum die Straße überqueren. Ein Gewimmel von Taxis, Tuktuks, Bussen, eigentlich allem was Räder und Beine hat. Ich dachte, der Fahrer schafft es nie (ich Dummerchen ich…, wir sind in Indien, und nicht in Deutschland.), natürlich hat er es geschafft. Es erstaunt mich immer wieder, dass nicht mehr passiert.

Nachdem wir uns durch die noch auf dem Bahnsteig schlummernden Menschen zum Zug geschlängelt haben, fuhr der sogar pünktlich ab. Das war auf Grund der Wetterverhältnisse (Nebel ohne Ende) gar nicht so sicher.

Und damit begann eine der besten Zugfahrten meines Lebens, wenn nicht überhaupt die beste (nach meinen Erlebnisse mit der Deutschen Bahn…). Wir hatten reservierte Plätze im AC Chair Wagen. Sehr bequem, sehr sauber. Quasi mitgebucht hat man Mineralwasser, Tee + Kekse, Zeitungen und Frühstück – mit Omlett. So was stelle sich man hier vor. Keiner würde über die Bahn meckern. Bei den Ticketpreisen müsste der Service doch inbegriffen sein auf Langstrecken.

Nach etwas über 3 Stunden sind wir in Gwalior angekommen. Der Zwischenstopp in Agra sei kurz erwähnt. Besser gesagt, das, was man an den Gleisen zu sehen bekommen hat, bevor der Zug in den Bahnhof einfährt. Für mich als Nichtinderin unfassbar. Die Gleise glichen öffentlichen Toiletten. Überall hockten um die frühe Morgenstunde Menschen und verrichteten ihre “Geschäfte”. Was für uns selbstverständlich ist, sanitäre Anlagen, ist es dort noch lange nicht. Selbst in “Slums” gibt es oft nicht mal Gemeinschaftslatrinen. Uns geht es schon verdammt gut, das nur mal am Rande. Zurück zur Ankunft in Gwalior. Es war verdammt warm. So wie bei uns nur manchmal im Frühling oder gar Sommer. Schätze 25 – 27°C. Zu Fuß sind wir dann vom Bahnhof losgezogen um uns ein Hotel für die Nacht zu suchen. Nach 300 Metern hat es mir schon gereicht ;) . Ich war zu warm angezogen, der Koffer war zu schwer, und überhaupt. Mein blöder Fuß macht mir ja immer noch Probleme nach meinem Bandscheibenvorfall Ende 2007. Mir brach jedenfalls völlig der Schweiß aus allen Poren. Blärgh. Das hasse ich ja wie die Pest. So vor mich hin zu ölen.

Leider war im ersten Hotel noch kein Zimmer frei, da hätten wir noch ein paar Stunden warten müssen und wir wollten uns beide hinlegen. Also weiter. Im zweiten gab es dann ein Zimmer (im Nachhinein hätte ich lieber auf das Zimmer im ersten Hotel gewartet…). Nachdem Ausfüllen der obligatorischen Formulare, dem Durchschreiten einer Sicherheitsschleuse (!), konnten wir unser Zimmer beziehen. Auf den ersten Blick sah es ok aus. Nachdem ich einigermaßen wieder zu mir gekommen bin, relativierte sich der erste Eindruck. Im Bad hing noch das Handtuch des vorherigen Gastes, das ganze Bad war nicht wirklich geputzt und ehrlich gesagt, möchte ich nicht wissen wer und wie viele vorher in dem Laken geschlafen haben… Egal. Ist ja nur für eine Nacht (und man hat ja ein Notfalllaken mit). Wenigstens hat selbst bei genauerem Hinschauen nix gekrabbelt. Ist ja schon mal was. Ich war auch so was von müde, dass ich tatsächlich 2 Stunden geschlafen habe. Trotz anscheinender Renovierungsarbeiten im Hotel. Es ist jetzt kurz nach 14 Uhr und wir haben uns Essen bestellt. Danach wollen wir uns das Fort anschauen. Morgen um 9:30 Uhr geht es dann weiter mit dem Zug. Beim nächsten Hotel gucke ich gleich genauer hin. Dieser Palast hier heißt übrigens “Grace”…

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