ein Tagebuch und mehr


flag Delhi Tag 2 – 17. Dezember 2008

Nach dem Spätstück und nachdem mein Reisebegleiter die Zugfahrkarten für morgen gekauft hat, sind wir stundenlang (gefühlt) mit dem Tuk Tuk durch das normale Verkehrschaos in Delhi zum Lotustempel gefahren. überhaupt. Tuk Tuk fahren macht einfach Spaß. Mir jedenfalls. Man darf nur nicht ängstlich sein. Es ist unglaublich, wo sich diese 3rädrigen Gefährte so durchquetschen. Genau so unglaublich, das wir nie irgendwo angetitscht sind. Kopf und Finger habe ich nicht rausgehalten, besser ist es gewesen. Ich glaube nicht, dass mich irgendeine Achterbahn noch sehr beindrucken wird :) . Nicht ganz so spaßig ist die Luft in Delhi. Die Abgase der ganzen Autos, Busse und LKWs sind schon heftig. Die Tuk Tuks in Delhi fahren seit einigen Jahren mit LPG. Nicht vorstellbar, wie die Luft wäre, wenn die auch mit Benzin oder Diesel fahren würden (Gibt es überhaupt Diesel in Indien? Muss ich mal rausfinden.)

Ehrlich gesagt bin ich froh, wenn wir diesem Moloch morgen früh entfliehen. Delhi ist unbestritten faszinierend, wie ganz Indien, aber für mich als Nichtinderin auch bei meinem 2. Besuch in diesem Land, eine echte Herausforderung an mein “Aufnahmevermögen”.

Ok, aber wieder zurück zum heutigen Tag. Lotustempel. Ein Tempel der Bahai-Religion, auch “Haus der Andacht” genannt. Das passt. Wenn man dort ankommt, kann man den Tempel schon von weitem in seiner ganzen Schönheit betrachten. Schön ist er wirklich. Ein architektonisches Meisterwerk. Man kommt nur in Gruppen ins Innere, welches mich sehr an “unsere” modernen christlichen Kirchen erinnert. Bänke im Bogen aufgestellt, auf denen man Platz nehmen und zur Ruhe kommen kann. Vorne befand sich so etwas wie ein Altar. Sprechen war innen nicht erlaubt. Es war schon fast eine Atmosphäre wie in einer Kathedrale.

Ich könnte versuchen, das Gebäude zu beschreiben, aber ich habe eine Seite gefunden, die das viel besser macht, als ich es könnte. Und da ich mich nicht mit fremden Federn schmücke und Texte klaue, hier der Link – Der Lotustempel der Baha’i von Neu-Delhi.

Am Ausgang habe ich einen Flyer in die Hand gedrückt bekommen. Mein Begleiter meinte, die “Verteiler” würden sich auf ausländische Touristen stürzen, da sie wüssten, dass sie unter Indern kaum eine Chance hätten neue Anhänger zu finden. Bei mir ist die Wahrscheinlichkeit allerdings auch eher gering, dass ich mich ihrer Glaubensgemeinschaft anschließe. Wenn sich jemand für die Baha’i interessiert, die offizielle Seite ist hier zu finden.

Danach sind wir mit dem Tuk Tuk (natürlich) Richtung India Gate gefahren. Auf meiner ersten Indienreise haben wir das Gate nur 2 x mit dem Bus umrundet. Es hat mich damals so beindruckt, dass ich es dieses Mal auf jeden Fall aus der Nähe betrachten wollte. Komme was wolle. An einer der “Zugangsstraßen” waren reichlich von diesen kleinen “Straßenküchen”, in denen die Gerichte ganz frisch zubereitet werden. Und irgendwie haben wir uns das richtige Imbisswägelchen ausgesucht. Eine so leckere Sweet Corn & Chicken Soup habe ich bisher noch nicht gegessen. Ok, genau gesagt, habe ich bisher noch gar keine gegessen, ist aber auch egal. Sie war jedenfalls saulecker. Der “Koch” schaute ganz gespannt aus seinem Fenster, wie sie uns (mir?) wohl schmeckt. Ich hätte da noch einen ganzen Eimer davon essen können :) . Schon letztes Mal bin ich in Indien zum Suppenfan geworden.

Es wurde schon langsam dunkel, so dass ich nicht mehr ganz so viele Fotos machen konnte, wie ich gerne hätte. Jedenfalls keine gescheiten, weil ich nicht mein ganzes Fotoequipment mit nach Indien geschleppt habe. Aber ein paar sind auch so was geworden. Und ich finde, sie bringen die Atmosphäre bei beginnender Dunkelheit, wenn das Gate beleuchtet wird, gut rüber. Ich dachte bis dahin, man könnte durchgehen, aber es ist eine Gedenkstätte für die 90.000 indischen Soldaten, die im ersten Weltkrieg für das “British Empire” ihr Leben gelassen haben. Wikipedia-Link.

Das India Gate ist einer der Orte in Delhi, an denen ich mich einfach nur hinsetzen und gucken könnte. Und Suppe essen. Stundenlang.

Danach sind wir dann zurück in unseren Palast und haben den Koffer gepackt, weil es morgen früh verdammt früh los geht. Der Shatabadi Express fährt um 6:15 h von der New Delhi Railway Station ab Richtung Gwalior. So die Götter und der Nebel es denn wollen.

[Fotos Delhi]

2 Kommentare to “Delhi Tag 2 – 17. Dezember 2008”

  1. 1
    Antje:

    Ha, mit dem Shatabdi-Express sind wir auch gefahren! Von Delhi nach Mumbai! Gestern rief ich meine Tochter an, die ja für 1 Jahr in Indien ist und sie saß im Zug und ich bekam SO ein Fenrweh, als ich die indischen Zuggeräusche hörte!! Laaauuut!! ;-) )

  2. 2
    Tina:

    Hach. Das kann ich so gut nachempfinden. Nach meiner ersten Reise habe ich hier sogar das Dauerhupen vermisst :)

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