ein Tagebuch und mehr


flag Indien 2008 – Delhi

Was lange währt, wird endlich gut. Oder so :) . Dann will ich mal loslegen mit meinem verspäteten Reisebericht.

16. Dezember 2008

Heute Nacht bin ich dann doch endlich in Delhi gelandet. 1:30 Uhr Ortszeit. Der Flug war wunderbar. In Frankfurt, als ich auf meinen Anschlussflug gewartet habe, habe ich eine nette ältere Dame aus Berlin kennengelernt, so dass die Zeit sehr schnell vorbei ging. Die 7 Stunden Flug nach Delhi wären zwar schöner gewesen, wenn ich nicht einen nach einer Mischung aus Knobi und Schweiß duftenden Nachbarn gehabt hätte, der auch noch die ganze Flugzeit über rumhampelte als ob er einen Goldfisch in der Hose hätte und dabei noch alle 5 Minuten ganz appetitlich den Rotz die Nase hochgezogen hätte. Örgs. Lecker. Da kommen einem 7 Stunden wie 14 vor.

Nach der Landung in Delhi hat es ewig gedauert durch die Passkontrolle zu kommen (natürlich habe ich mir die Schlange ausgesucht, an der nur ein Counter geöffnet war). Und mein Koffer kam – gefühlt – als letzter vom Band. Aber irgendwann war ich dann durch. So um 2:30 Uhr. Mein Reisebegleiter hat mich dann doch im Flughafengebäude einsammeln können. Wir wussten nicht, in wie weit das Flughafengebäude nach den Anschlägen von Mumbai, noch abgeriegelt ist. Ein paar Tage vorher wurde noch keiner zur Ankunft reingelassen. Und wir haben uns in dem Gewusel auch gefunden. Mein größter Albtraum war, mutterseelenallein mitten in der Nacht am Indira Ghandi International Airport zu stehen.

mickey_delhi.jpg bad_delhi.jpgEr hatte ein Taxi organisiert, dass uns dann zu unserem Hotel gefahren hat. Das “Megha Palace”. Jedes 2. Hotel scheint “Palace” zu heißen :) . Es ist ok. Das Zimmer klein, das Bad renovierungsbedürftig, aber es ist alles sauber, das war es, worauf es mir angekommen ist. Die Fliesen im Bad sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Zur Ruhe gekommen sind wir dann so um 4:00 Uhr (da war es in D 23:30 Uhr) und haben bis Mittags gepennt. Die Nacht war schon sehr schräg (jetzt nicht das, was Ihr denkt. Tzeh.), die Geräuschkulisse in diesem Palast hat schon was. Obwohl unser Zimmer im 4. Stock ist, konnte man das Geschirrklappern aus der Küche im Erdgeschoss hören. Ich will jetzt gar nicht wissen, warum. Indien eben. Trotzdem habe ich alles in allem gut geschlafen. fruehstueck_delhi.jpgWir haben dann “gefrühstückt”. Und dann ging das Abenteuer (jedenfalls für mich) Delhi los. Wir sind mit der Metro gefahren. Metro fahren in Delhi ist schon anders, als U-Bahn fahren in Deutschland. Bevor man auf den Bahnsteig kommt, wird die Tasche kontrolliert und man muss durch einen Metalldetektor laufen. Ich weiß nicht, ob das immer so ist (könnte ich mir aber vorstellen) oder wg. der Anschläge. Macht mir aber nichts aus, es geht ja auch um meine Sicherheit und zu verbergen habe ich nichts. Sie waren auch sehr höflich und nett.

Die Metro war voll. Und ich habe mich ein bisschen wie im Zoo gefühlt. Als westlich aussehende Frau wird man halt angeschaut. Vor allem, wenn man nicht in einer Reisegruppe unterwegs ist. Oder vielleicht fällt es mir jetzt nur mehr auf, als im letzten Jahr, wo wir ja im Rudel unterwegs waren. Egal. Irgendwo im Zentrum sind wir dann von der Metro ins Tuk Tuk umgestiegen und zum Akshardham Tempel gefahren.

Der Akshardham oder auch Swaminarayan Tempel ist ein recht neue Tempelanlage, die von einer im November 2005 vom indischen Staatspräsidenten Abdul Kalam und Premierminister Manmohan Singh eröffnet wurde. Die Gebäude sind aus rosafarbigem Sandstein aus Rajasthan gebaut, was ein unglaublicher Anblick ist. Und auch hier Sicherheitsvorkehrungen. Taschen, Kameras, Handys – alles musste am Eingang abgegeben werden. So konnte ich zwar leider keine Fotos machen (aber es gibt ja die Google-Bildersuche), trotzdem ist es ein bleibendes Erlebnis gewesen. Es gibt eine Art Führung durch die einzelnen Gebäude, zu der auch eine zehnminütige Bootsfahrt gehört, die den Besuchern das 10.000 Jahre alte kulturelle Erbe Indiens zeigen soll. Beeindruckt hat mich auch der kurze Film über das Leben von Shri Swaminaryan, der im Neelkanth Darshan gezeigt wurde.

Die ganze Tour endete draußen im Dunkeln mit einer Show von Licht und Wasser zur Musik, Yagnapurush Kund. Sehr sehr schön. Wir konnte ohne Jacke draußen am Brunnen sitzen und das Schauspiel genießen. Fast unglaublich für mich, die gerade aus Minusgraden kommt. Könnte ich mich dran gewöhnen.

Anschließend sind wir noch etwas essen gegangen und danach wieder mit dem Tuk Tuk zum Connaught Place gefahren. Ein absolutes Shopping-Paradies für Labeljunkies, was mir wieder die krassen Gegensätze in Indien bewusst macht. Es gibt auf dem Äußeren Ring ein sehr schönes Restaurant, das “Veda”. Kann ich nur empfehlen, wenn mal jemand nach Delhi fährt. Ein tolles Ambiente. Riesenkronleuchter, Spiegel, angenehme Musik. Die Einrichtung ein Traum, den Tisch hätte ich am liebsten für meinen neuen Balkon mitgenommen. Und die Mojitos waren sehr lecker. Danach sind wir wieder zurück ins Hotel, genau, mit dem Tuk Tuk, wo ich diese ersten Zeilen zusammengekritzelt habe. Das war also der 1. Tag in Dehli. Und schon wieder sind die ganzen Eindrücke über mich hergefallen. Ob ich mich da je dran gewöhne?

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